In diesem großen Ausmaß wie im Inserat beschrieben, wird’s wohl nicht gegeben haben, obwohl die Anschrift Techendorf am Weissensee lautet. J. H. O. Julius Hermann Ott laut Zeitungsarchiv Inhaber einer landwirtschaftlichen technischen Maschinen- und Geräte-Agentur dürfte nur der Vermittler dieses Verkaufes gewesen sein. Ob ein Verwandter des Hermann Ott Gemeindesekretärs in Techendorf oder auch dieselbe Person bleibt unbeantwortet.
Schafwolle und Weber gab es aber am Weissensee genügend. In Oberdorf 8 beim Weber weist schon der Hausname darauf hin. Schon um 1750 wurde dort das Weberhandwerk ausgeübt. Meist wurde der Beruf in diesen Jahrhunderten an die Kinder weitergegeben. Die Nachkommen der im Jahre 1837 geborenen Barbara Roth vom Oberdorfer Weber findet man um 1900 in Sachsenburg als Webermeister. Sogar Dienstboten wurden im Haus angestellt, so scheint Maria Stocker vom Rottenstein als Webergesellin im Seelenstandsregister 1866 in Oberdorf 8 auf.
Doch auch bei manch anderem Keuschler tauchen Utensilien zur Woll- und Garnerzeugung auf, so beim Ungerkeuschler in Gatschach 9 in seinem Verlassenschafts-Inventarium im Jahr 1769:
20 Weberspulen, 10 H. Reisten, 33 H. Haar, 1 Brechl, 1 1/2 H. Wolle, 1 Kartätschn.
Der Vulgarname in Techendorf 7 ebenfalls Weber weist auch auf das Weberhandwerk hin.
Schafe gab es bei Bauern sowie Keuschlern. Im Millstätter Urbar aus dem Jahre 1668 besaß ein Bauer im Schnitt ein paar Ochsen, selten ein Pferd, 10 Kühe und 3 Schweine. Die Bauern hatten 15 bis 20 Schafe und 3-4 Geißen. Ein Keuschler um 1750 besaß eine Kuh, zwei oder drei Schafe, ein Schwein und 1-2 Geißen.
©Fian Heidi
Quelle: Michael Skihar - Alte Ansichten vom Weißensee in Kärnten
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