Aus dem wunderbaren Buch „Weißenseetale, Hamatle mein“
„Wenn mitten im Winter die Tage am kürzesten sind, feiern wir Weihachten, das innigste aller Feste, das in unserer Seele die tiefsten Empfindungen zum Erklingen bringt. Wenn wir am Heiligen Abend im Kreise der Familie unter dem strahlenden Lichterbaum sitzen, denken wir gar nicht daran, dass es nicht immer so war. Erst in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg hat der Christbaum Eingang in die Häuser des Weißenseetales gefunden. Früher wurde zu Weihnachten nur in der Kirche ein Lichterbaum angezündet.
Der sinnvolle Brauch des „Gottelob“ am Weihnachts- und Neujahrsmorgen wird nur mehr selten ausgeführt; der Hausälteste liest aus der Bibel vor, worauf ein gemeinsames Frühstück folgt, das aus folgenden Gerichten besteht: gewärmten Schnaps, Kaffee, „Kletznbrot“ mit Butter, manchmal auch Schweinernes.
Auch das Vieh im Stall erhält frisches Streu und ein abgebrühtes „Wacholder-Getreide-Leck“ für Gesundheit, Gedeihen und Milchertrag.
Der 29. Dezember wurde der „Pisntag“ genannt. An diesem Tag ging der Almhalter mit seinem Rucksack von Hof zu Hof, um sich sein Deputat, das „Pisnach“, in Form von Speck, Geselchtem oder Hauswürstlan und eines Brotlaibes aushändigen zu lassen.“
©Fian Heidi
Quelle: Michael Skihar - Alte Ansichten vom Weißensee in Kärnten
